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Konzeption von Pilotanwendungen

Federführung: Universität Konstanz

Im lokalen Umfeld findet die Chipkarte vielfältige Anwendungen. In nahezu allen Hochschulen, die eine Chipkarte einsetzen, dient sie als Medium für das Bezahlsystem, als Bibliotheksausweis und oft auch für Zugangssysteme. Die einrichtungsübergreifende Nutzung vorhandener Dienste soll im Rahmen des Projektes vorangetrieben werden. Grundsätzlich geht es aber dabei im Wesentlichen um organisatorische Herausforderungen, da die Nutzbarkeit der Technik oft schon gegeben ist, beziehungsweise im Themenschwerpunkt 1 geschaffen wird. Im Rahmen des Themenschwerpunktes 2 sollen vielmehr Konzepte für neue Anwendungen der Chipkarte untersucht werden. Dazu werden zwei Arbeitspakete eingesetzt.

AP 2.1: European Student Card

Die Initiative „European Student Card (ESC) “ soll es jedem Studierenden ermöglichen, sich leicht und sicher an Hochschulen der EU zu identifizieren und zu registrieren. Ziel ist dabei, den bürokratischen Aufwand einer Registrierung auf ein Minimum zu reduzieren bzw. in bestimmten Fällen sogar zu vermeiden. Dadurch sollen die Mobilität und der Austausch von Studierenden vereinfacht und die Entwicklung noch weiter in Richtung eines echten europäischen Bildungsraumes befördert werden. Gleichzeitig gilt es natürlich, die lokalen Regelungen zu beachten. Zur gegenseitigen Anerkennung des Status eines Studierenden werden Mechanismen entwickelt und etabliert, die teilnehmende Einrichtungen umsetzen müssen.

Das Arbeitspaket erstellt dazu ein Konzept, wie diese Mechanismen in das Gesamtkonzept einer verlässlichen bwCard integriert werden können. Dabei sollen auch Punkte betrachtet werden, die gemeinschaftlich umgesetzt werden können, um die Hürde für eine optionale Teilnahme an ESC für die einzelne Hochschule möglichst niedrig zu halten.

AP 2.2: Cashless Campus

Auf dem Campus jeder Hochschule steht heute ein breites Angebot an kostenpflichtigen Zusatzdienstleistungen zur Verfügung, wie beispielsweise

  • das Speisenangebot in den jeweiligen Mensen, ergänzt durch ein großes zusätzliches Angebot von Getränke- und Essensautomaten,
  • der Hochschulsport mit vielzähligen Möglichkeiten sich gegen Gebühr Sportgeräte ausleihen zu können, Platzmieten zu bezahlen oder einen Kurs in einer Sportart buchen zu können,
  • die Bibliothek mit den Angeboten für Dokumentlieferdienste oder einfach nur das Bezahlen von fälligen Gebühren oder
  • Weiterbildungsangebote für eine ergänzende Zusatzqualifikation oder als Angebot für externe Personen der Hochschule,
  • Exkursionen, die über eine Umlage finanziert werden,
  • etc.

Allen diesen Angeboten gemeinsam ist, dass die meisten zu bezahlenden Beträge kleiner als 50 € und sehr häufig sind. Bei der Bezahlung dieser Kleinbeträge verursacht die direkte Abbuchung über ein Bankkonto einen hohen Aufwand bzw. Kosten, welche in keinem Verhältnis zum eigentlichen Abbuchungsbetrag stehen. Ebenso verursacht das Handling mit Bargeld einen hohen administrativen Aufwand und Kosten. Als Alternative haben sich in den letzten Jahren Guthabenkarten, oft betrieben durch die Studierendenwerke in Form von elektronischen Chipkarten (elektronische Geldbörse) herausgebildet. Hier kann ein mittlerer Geldbetrag (z.B. 50 €) entweder bar oder über Lastschrift-Verfahren aufgebucht und damit die Kleinbeträge jeweils direkt über elektronische Kassen abgebucht werden. Diese Lösungen sind in den Hochschulen weit verbreitet. Nachteile dieser Lösungen sind:

  1. Die hohen Lizenzkosten für eine elektronische Geldbörse der Anbieter.
  2. Die relativ hohen Kosten für die notwendige IT-Infrastruktur zum Auf- bzw. Abwerten der Geldbeträge. Damit scheidet ein solches Verfahren aus Kostengründen für Kassen mit einem sehr geringen Umsatz aus.
  3. Die Bezahlmöglichkeit ist häufig auf einen lokalen Anbieter innerhalb der Hochschule beschränkt (üblicherweise die jeweiligen Studierendenwerke). Für weitere Bezahlpartner muss das Clearing (Umbuchen der Geldflüsse) einzeln vereinbart werden, was teilweise hohen Aufwand verursacht.
  4. Die Beschränkung auf einen lokalen Anbieter der Hochschule verhindert, dass Bezahlmöglichkeiten auch bei anderen Hochschulen genutzt werden können. Durch die höhere Mobilität von Studierenden und Mitarbeitern benötigen viele Personen mehrere Chipkarten, um an der jeweiligen Hochschule die Angebote nutzen zu können.

Mit der Entwicklung der bwCard steht für Studierende und Mitarbeitern der baden-württembergischen Hochschulen ein Datenträger zur Verfügung, welcher hochschulübergreifend für die unterschiedlichen Angebote einer Hochschule genutzt werden kann. Hierzu gehört auch die Abrechnung der jeweiligen bezahlten Zusatzangebote der Hochschulen.