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Föderative Zusammenarbeit: Verlässliche bwCard

Bei diesem Themenschwerpunkt liegt der Fokus auf der operativen Umsetzung der Föderation in unterschiedlicher Tiefe. Hier gilt es zunächst zu analysieren, welche Anforderungen an die Verlässlichkeit zwischen den Einrichtungen bestehen und wie die erforderlichen Maßnahmen zur Einhaltung des jeweiligen Grades der Verlässlichkeit organisatorisch und technisch umgesetzt werden können (AP 1.1). Im AP 1.2 müssen sowohl die Rahmenbedingungen als auch die technischen Anforderungen der Produk-tionsgemeinschaft umgesetzt werden, die in der Gemeinschaft das erforderliche Maß an Autonomie abbilden.

 

AP 1.1: Aufbau der bwCard-Föderation

Außerhalb der ausstellenden Einrichtung wurden bisher die Studierendenausweise ausschließlich als Sichtausweis genutzt. Dabei konnte jedoch nur die Zugehörigkeit des Ausweises zur Einrichtung und, im Falle, dass ein Bild des Besitzers auf den Ausweis aufgebracht wurde, dem Anschein nach auch die ausweisende Person identifiziert werden. Der aktuelle Status, den die Person zur ausstellenden Einrichtung hat, kann jedoch daraus nur bedingt durch eventuelle Semesterkennzeichen abgeleitet werden. Insbesondere bei einer vorzeitigen Statusänderung war die Nutzung des Ausweises weiterhin möglich, falls der Inhaber sich nicht an die Nutzungsbedingungen gehalten hat. Darüber hinaus war eine elektronische Nutzung des Ausweises in einer Fremdeinrichtung nahezu unmöglich.

Mit der zunehmenden Mobilität von Lernenden und auch der Lehrenden, wird eine Nutzung der elektronischen Karte zur Identifizierung an einer Partnereinrichtung zunehmend interessant. Ziel der „verlässlichen bwCard“ ist, die jederzeit nachvollziehbare Gültigkeit des Ausweises herzustellen und durch Verlässlichkeit auch eine Grundlage möglicher Einsatzgebiete für verschiedene Kartennutzergruppen und verschiedene Dienste zu schaffen. Dabei soll ein System aufgebaut werden, das es ermöglicht, sowohl auf Nachfrage als auch über ein Meldeverfahren allen teilnehmenden Einrichtungen den Status bekannt zu geben. Selbstverständlich werden hierbei alle Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte beachtet, sodass nur den Teilnehmern der Status gemeldet wird, die vom Karteninhaber zuvor eine Freigabe erhalten haben. Zur Erhöhung der Transparenz soll ein Portal geschaffen werden, in dem jeder Karteninhaber die in der Föderation gespeicherten Daten einsehen und kontrollieren kann. Dieses Portal - bwCardInfo - wird sukzessive im Projekt und darüber hinaus erweitert.

Dieses Arbeitspaket beschäftigt sich mit der Vorbereitung der Karten-Föderation bwCard. Folgende Aufgabenstellungen sollen in dem Arbeitspaket bearbeitet werden:

  1. Ermittlung des Standes bei den Projektteilnehmern
  2. Definition und Implementierung des Datenaustauschs
  3. Erstellung eines Finanzierungskonzepts
  4. Vorbereitung der Vertragsunterlagen für die Teilnahme an der Kartenföderation
  5. Konzeption des Dauerbetriebs der Föderation

 

AP 1.2: Umsetzung der Produktionsgemeinschaft

Zusätzlich wird im Rahmen dieser Zusammenarbeit eine bereits im Projekt bwCMS gestartete Produktionsgemeinschaft weiter ausgebaut. Dabei werden über ein zentrales Kartenmanagementsystem gemeinschaftlich die Geschäftsprozesse zur Ausgabe und Verwaltung der jeweiligen Karte implementiert. Dies wird unter Berücksichtigung der jeweils erforderlichen lokalen Anforderungen an Prozesse und Kartendesign umgesetzt. Es werden Synergieeffekte im Bereich der Prozessabbildung, des Betriebs, der Lizenzierung und Wartung sowie bei der Beschaffung von Verbrauchsmaterial erwartet. Als Proof-of-concept nehmen an der Produktionsgemeinschaft bereits die Universitäten Konstanz und Freiburg, die PH Karlsruhe, die DHBW Karlsruhe sowie die Hochschule Karlsruhe teil. In der nächsten Stufe beabsichtigt die Universität Stuttgart, an der Produktionsgemeinschaft teilzunehmen.

Basis dieser Produktionsgemeinschaft ist die im Rahmen von bwCMS beschaffte Infrastruktur, die in diesem Arbeitspaket für einen produktiven gemeinschaftlichen Betrieb zur Produktion von Karten ausgebaut werden soll. Die gemeinsamen technischen Lösungen werden hierbei immer begleitet von organisatorischen Vereinbarungen, wie beispielsweise der Umgang mit gesperrten oder gelöschten Karten. Zusätzlich wird das bwCardInfo-Portal so erweitert, dass für die Karteninhaber weitere Funktionen, wie beispielsweise eine zentrale Sperrinformation gesetzt werden können.

Die Umsetzung der Produktionsgemeinschaft verfolgt zwei Ziele, die sich gegenseitig ergänzen. Zum einen sollen die Partner bei der Umsetzung unterstützt werden, zum anderen sollen die Schritte und Vorgehensweisen, die dafür erforderlich sind, in geeigneter Form beschrieben werden. Dadurch sollen zukünftige Teilnehmer der Produktionsgemeinschaft einen technischen Baukasten sowie Vorschläge erhalten, wie ein zusätzlich erforderliches lokales Projekt adäquat aufgesetzt werden könnte. Dabei sollen die später einsteigenden Einrichtungen von den bereits gemachten Erfahrungen umfassend profitieren.